Corona und Herz

Alessandra BoscheriAllgemein

Teil 1: Myokarditis

Die Erkrankung durch das COVID-19-Virus reicht von leichten Symptomen bis hin zum schweren Verlauf. Neben der Lunge kann auch das Herz betroffen sein. Eine in 2020 veröffentlichte Studie der Universität Frankfurt wies eine hohe Beteiligung des Herzmuskels während und nach Covid-19-Infektion nach (1): Von 100 Patienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, hatten 60% den Nachweis einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung).

Eine Myokarditis ist eine häufige Ursache von plötzlichem Herztod. 

Typische Symptome einer Myokarditis sind oft Brustschmerzen, Rhythmusstörungen, Luftnot, Schwindel und Müdigkeit. Aber nicht selten spürt man lediglich eine verminderte Leistungsfähigkeit, höhere Herzfrequenz, Müdigkeit, Schwindel.

Stellen Sie sich bei Vorliegen dieser Symptome beim Arzt vor. Dieser wird die nötigen Schritte einleiten.

Wiederbeginn des körperlichen Trainings nach COVID-19-Erkrankung:

Die aktuellen Richtlinien empfehlen folgende Strategie (2):

  • nach einer leichten Infektion eine 2-wöchige Trainingspause. Wenn die Belastbarkeit ähnlich wie vor der Erkrankung ist, kann das Training stufenweise gesteigert werden.
  • Nach schwerer Infektion, z.B. nach Lungenentzündung, sollten 4 Wochen Trainingspause eingehalten werden. Sind Labor, EKG und Echokardiographie unauffällig, kann – nach Rücksprache mit Ihrem Arzt – das Training danach wieder aufgenommen werden.
  • Nach Myokarditis ist die Trainingspause entsprechend länger (3-6 Monate).

Um das Training optimal zu steuern, ist die Durchführung einer Leistungsdiagnostik mit Laktat und/oder Spiroergometrie sehr hilfreich. Nur so kann die Art, Dauer, Häufigkeit und Intensität des Trainings individuell zugeschnitten werden.

Infos zur Leistungsdiagnostik finden Sie hier

Literatur:

1. Puntmann VO et al. Outcomes of Cardiovascular Magnetic Resonance Imaging in Patients Recently Recovered From Coronavirus Disease 2019 (COVID-19). JAMA Cardiol. 2020.

2. Nieß AM et al, Positionspapier „Return to Sport“ während der aktuellen Coronavirus-Pandemie (SARS-CoV-2/COVID-19), Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 5/2020