Eine große Studie, die 2018 in einem renommierten kardiologischen Journal erschien (European Heart Journal), befasst sich mit dem Thema Übergewicht und kardiovaskuläre Ereignisse (also tödlicher oder nicht tödlicher Herzinfarkt oder Schlaganfall).
Bisher hieß es, dass ein Body mass index (BMI) von <18,5 kg/m² und über 30 kg/m² das Sterberisiko deutlich erhöhe, und dass ein BMI zwischen 25 und 30 kg/m² keinen Einfluss habe und sogar förderlich hinsichtlich des Überlebens sei. Die Autoren dieser Arbeit haben fast 300.000 Engländer untersucht und über 5 Jahre beobachtet. Dabei lagen Informationen zum BMI, Bauchumfang, Hüftumfang, Waist-to-hip-ratio (Bauchumfang/Hüftumfang), waist-to-height-ratio (Bauchumfang/Größe) und Körperfett vor sowie Informationen über weitere Nebenerkrankungen wie Diabetes, über Rauchstatus, körperliche Aktivität sowie Beruf und sozialer Status.
Interessanterweise kam es im Follow-up bereits ab einem BMI von 22 kg/m² zu einem steten Anstieg der Ereignisrate. Das geringste kardiovaskuläre Risiko wiesen Studienteilnehmer mit einem BMI von 22 bis 23 kg/m2 auf. Beim Bauchumfang stieg das Risiko ebenfall an: Ein Bauchumfang von 74 cm bei Frauen bzw. 83 cm bei Männern entspricht einem BMI von 22 kg/m2. Bei Zunahme des Bauchumfanges von 12,6 cm bei Frauen bzw. 11,4 cm bei Männern (einer Standardabweichung entsprechend) erhöhte sich die kardiovaskuläre Ereignisrate um 16 % bei Frauen und um 10 % bei Männern.
Die Ergebnisse sind bereits nach Risikofaktoren wie Rauchen und Diabetes sowie „schützenden Faktoren“ wie körperliche Aktivität adjustiert. Nachteil der Studie sind fehlende Laborwerte (Cholesterinwerte, Blutzuckerwerte). Ein weiterer Nachteil ist, dass die körperliche Aktivität nur mit Fragebogen erfasst wurde (IPAQ-Fragebogen).
Fazit: Übergewicht ist auch unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen und Diabetes mit einer erhöhten kardiovaskulären Ereignisrate verbunden.
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